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Tipps für Eltern für den Umgang mit ihren Kindern und Teenagern

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Wenn Eltern laut werden: So gelingt die Versöhnung danach auf mama-papa.net

Wenn Eltern laut werden: So gelingt die Versöhnung danach

Admin, 25. Oktober 20262. August 2026

Eltern möchten ruhig, verständnisvoll und verlässlich reagieren. Im Alltag gelingt das nicht immer. Der Morgen ist hektisch, ein Termin drängt, das Kind weigert sich zum dritten Mal, die Schuhe anzuziehen, und plötzlich wird aus einer normalen Aufforderung ein lauter Vorwurf. Hinterher bleibt häufig ein unangenehmes Gefühl. Manche Eltern schämen sich, andere rechtfertigen ihre Reaktion mit dem Verhalten des Kindes. Beides erschwert eine echte Klärung. Laut zu werden macht Eltern nicht automatisch zu schlechten Menschen. Entscheidend ist jedoch, ob sie bereit sind, Verantwortung für ihr Verhalten zu übernehmen und die Beziehung danach wiederherzustellen.

Kinder erleben Lautstärke anders als Erwachsene

Was für einen Erwachsenen nur eine deutliche Stimme ist, kann auf ein Kind bedrohlich wirken. Eltern sind größer, körperlich stärker und bestimmen viele Bereiche des Alltags. Wird ihre Stimme sehr laut, erlebt ein Kind deshalb nicht nur die gesprochenen Worte. Es nimmt die gesamte Macht der Situation wahr. Manche Kinder beginnen zu weinen, andere erstarren oder ziehen sich zurück. Wieder andere werden ebenfalls laut und versuchen, sich zu verteidigen. Die Reaktion sagt nicht unbedingt etwas darüber aus, wie schwerwiegend der ursprüngliche Konflikt war. Ein verschüttetes Getränk kann in den Hintergrund treten, sobald das Kind vor allem mit der Wut des Erwachsenen beschäftigt ist.

Lautwerden und Gewalt sind nicht dasselbe

Nicht jeder erhobene Ton bedeutet automatisch, dass ein Kind seelisch geschädigt wird. In Familien gibt es Konflikte, starke Gefühle und Momente, in denen Menschen nicht ideal reagieren. Trotzdem sollte Lautwerden nicht verharmlost werden. Werden Kinder regelmäßig angeschrien, beleidigt, bedroht oder absichtlich eingeschüchtert, entsteht ein belastendes Klima. Besonders problematisch ist es, wenn ein Kind nie weiß, wann eine Situation eskaliert. Ein einmaliger Ausrutscher kann aufgearbeitet werden. Wiederkehrende Ausbrüche erfordern dagegen eine ernsthafte Veränderung und möglicherweise Unterstützung von außen. Eltern sollten ehrlich prüfen, ob es sich tatsächlich um eine Ausnahme handelt oder ob Lautstärke bereits zu ihrem üblichen Mittel geworden ist.

Zuerst muss die Situation wieder sicher werden

Unmittelbar nach einem Wutausbruch sind lange Erklärungen selten hilfreich. Der Körper steht noch unter Spannung, und sowohl Eltern als auch Kind können kaum ruhig zuhören. Zunächst sollte die Lautstärke beendet werden. Der Erwachsene kann einen Schritt zurücktreten, bewusst langsamer sprechen oder für einen Moment den Raum verlassen, sofern das Kind sicher ist. Eine kurze Aussage reicht: „Ich bin gerade zu wütend. Ich brauche einen Moment und komme gleich wieder.“ Damit wird der Konflikt nicht abgebrochen, sondern unterbrochen. Wichtig ist, tatsächlich zurückzukommen. Wer nach einem Ausbruch stundenlang schweigt, lässt das Kind mit Unsicherheit allein.

Eine Pause ist keine Strafe

Manchmal brauchen Eltern Abstand, bevor sie vernünftig sprechen können. Diese Pause sollte nicht als demonstrativer Rückzug eingesetzt werden. Türenknallen, eisiges Schweigen oder die Aussage „Jetzt rede ich gar nicht mehr mit dir“ verstärken die Verunsicherung. Eine hilfreiche Pause hat ein klares Ziel: Der Erwachsene beruhigt sich, damit das Gespräch ohne weiteren Angriff fortgesetzt werden kann. Auch das Kind darf Zeit brauchen. Es muss nicht sofort auf dem Schoß sitzen, eine Entschuldigung annehmen oder wieder fröhlich sein. Nähe kann angeboten, aber nicht erzwungen werden.

Eine Entschuldigung braucht keine Rechtfertigung

Viele Entschuldigungen verlieren ihre Wirkung durch das Wort „aber“. „Es tut mir leid, dass ich so laut war, aber du hast mich wirklich provoziert“ verschiebt die Verantwortung zurück zum Kind. Die Botschaft lautet dann: Eigentlich war mein Verhalten deine Schuld. Eine klare Entschuldigung benennt das eigene Handeln, ohne es kleinzureden. Eltern können sagen: „Ich habe dich angeschrien. Das war nicht in Ordnung.“ Anschließend darf erklärt werden, dass sie wütend oder überfordert waren. Das Gefühl erklärt die Reaktion, entschuldigt sie aber nicht. Genau diese Unterscheidung hilft Kindern später, selbst Verantwortung zu übernehmen.

Eltern verlieren durch eine Entschuldigung keine Autorität

Manche Erwachsene fürchten, eine Entschuldigung könne ihre Position schwächen. Sie glauben, Kinder würden Regeln weniger ernst nehmen, wenn Eltern Fehler zugeben. Meist geschieht das Gegenteil. Ein Kind erlebt, dass Verantwortung für alle Familienmitglieder gilt. Eltern müssen nicht so tun, als hätten sie immer recht, um Orientierung zu geben. Autorität entsteht eher durch Verlässlichkeit als durch Unfehlbarkeit. Wer einen Fehler zugibt und trotzdem an einer sinnvollen Grenze festhält, wirkt glaubwürdig. Der Satz „Ich hätte nicht schreien dürfen, und trotzdem musst du deinen Bruder in Ruhe lassen“ verbindet Verantwortung mit einer klaren Regel.

Die ursprüngliche Grenze darf bestehen bleiben

Eine Entschuldigung bedeutet nicht, dass das Verhalten des Kindes plötzlich in Ordnung war. Vielleicht hat es absichtlich etwas zerstört, eine Vereinbarung missachtet oder ein Geschwisterkind verletzt. Eltern dürfen diesen Punkt später ruhig ansprechen. Entscheidend ist die Reihenfolge. Zuerst übernehmen sie Verantwortung für das Anschreien. Danach kann das Verhalten des Kindes besprochen werden. Werden beide Themen vermischt, entsteht schnell ein gegenseitiges Aufrechnen. Eltern entschuldigen sich dann nur unter der Bedingung, dass das Kind ebenfalls einen Fehler zugibt. Eine echte Entschuldigung sollte jedoch nicht von einer Gegenleistung abhängen.

Kinder müssen eine Entschuldigung nicht sofort annehmen

Ein Erwachsener kann sich ehrlich entschuldigen und trotzdem erleben, dass das Kind abweisend bleibt. Vielleicht sagt es nichts, dreht sich weg oder antwortet, dass die Entschuldigung nichts ändere. Das kann verletzend sein, gehört aber zum Recht des Kindes auf eigene Gefühle. Eine Entschuldigung ist kein Befehl zur sofortigen Versöhnung. Sie bietet einen ersten Schritt an. Das Kind darf Zeit benötigen, um wieder Vertrauen und Nähe zuzulassen. Eltern können sagen: „Ich verstehe, dass du noch wütend bist. Ich bin da, wenn du später reden möchtest.“ Dadurch wird die Verantwortung nicht erneut auf das Kind verschoben.

Jüngere Kinder brauchen einfache Worte

Eine lange Erklärung über Stress, Arbeitsbelastung und persönliche Grenzen überfordert ein kleines Kind. Es braucht eine kurze, verständliche Botschaft. „Ich war sehr wütend und habe zu laut gesprochen. Das war nicht richtig. Du bist nicht schuld daran, dass ich so laut geworden bin.“ Diese Worte geben Sicherheit. Besonders wichtig ist der letzte Teil. Jüngere Kinder beziehen die Stimmung ihrer Eltern häufig stark auf sich. Sie können glauben, grundsätzlich schlecht oder nicht mehr geliebt zu sein. Eine Entschuldigung sollte deshalb auch die Beziehung bestätigen: Der Streit ändert nichts daran, dass das Kind geliebt und geschützt wird.

Ältere Kinder erkennen ausweichende Formulierungen

Jugendliche merken schnell, ob eine Entschuldigung ernst gemeint ist. Allgemeine Aussagen wie „Tut mir leid, falls du dich angegriffen gefühlt hast“ wirken oft unehrlich. Sie benennen nicht das Verhalten des Erwachsenen, sondern nur die Reaktion des Kindes. Klarer ist: „Ich habe dich vorhin vor deinem Freund angeschrien. Das war respektlos und mir tut leid, dass ich dich bloßgestellt habe.“ Eine konkrete Entschuldigung zeigt, dass der Erwachsene verstanden hat, was verletzend war. Jugendliche wünschen sich häufig weniger Trost als Respekt. Dazu gehört auch, dass Eltern vertrauliche oder peinliche Situationen nicht unnötig vor anderen ansprechen.

Erklärungen dürfen das Kind nicht zum Tröster machen

Eltern können sagen, dass sie müde, gestresst oder überfordert waren. Sie sollten das Kind jedoch nicht mit ihren gesamten Belastungen überrollen. Ein Satz wie „Ich habe so viele Probleme und niemand nimmt Rücksicht auf mich“ kann dazu führen, dass das Kind sich für das Wohlbefinden des Erwachsenen verantwortlich fühlt. Es beginnt möglicherweise, eigene Bedürfnisse zurückzuhalten, um keinen weiteren Ausbruch auszulösen. Kinder dürfen Mitgefühl für ihre Eltern entwickeln, sollen aber nicht deren emotionale Versorgung übernehmen. Erwachsene müssen für ihre Entlastung andere Wege und geeignete Ansprechpartner finden.

Körperliche Nähe sollte freiwillig bleiben

Nach einem Streit möchten manche Eltern die Versöhnung mit einer Umarmung besiegeln. Für viele Kinder ist das schön, andere brauchen zunächst Abstand. „Komm, gib mir einen Kuss, dann ist wieder alles gut“ setzt das Kind unter Druck. Es muss körperliche Nähe zeigen, bevor sich seine Gefühle beruhigt haben. Eltern können stattdessen fragen: „Möchtest du eine Umarmung oder lieber noch etwas Zeit für dich?“ Auch ein gemeinsames Spiel, eine Tasse Kakao oder das Sitzen im selben Raum kann Nähe herstellen. Versöhnung muss nicht immer sichtbar und feierlich sein.

Wiedergutmachung kann über Worte hinausgehen

Manche Situationen brauchen zusätzlich zur Entschuldigung eine konkrete Handlung. Hat ein Elternteil im Streit ein Spielzeug weggeworfen, etwas beschädigt oder eine wichtige Verabredung ungerecht gestrichen, sollte geprüft werden, wie der Schaden behoben werden kann. Wurde das Kind vor anderen bloßgestellt, kann eine Richtigstellung nötig sein. Wiedergutmachung zeigt, dass Verantwortung nicht nur aus einem gesprochenen Satz besteht. Sie darf jedoch nicht zu einem Geschenk werden, mit dem das schlechte Gewissen beruhigt wird. Ein teures Spielzeug ersetzt keine ehrliche Auseinandersetzung.

Kinder lernen am Beispiel der Eltern

Eltern wünschen sich, dass ihre Kinder nach einem Streit Verantwortung übernehmen und sich entschuldigen. Das lernen sie nicht allein durch Aufforderungen. Sie beobachten, wie Erwachsene mit eigenen Fehlern umgehen. Wer Fehler abstreitet, Schuld verschiebt oder beleidigt schweigt, vermittelt genau dieses Verhalten. Wer dagegen sagt „Ich habe dich verletzt, und das möchte ich ändern“, zeigt eine andere Möglichkeit. Kinder erleben dadurch, dass ein Fehler nicht das Ende einer Beziehung sein muss. Er kann zum Anlass werden, etwas zu verstehen und beim nächsten Mal anders zu handeln.

Wiederholte Entschuldigungen ohne Veränderung verlieren an Wirkung

Ein Elternteil kann sich nach jedem Wutausbruch glaubwürdig entschuldigen. Wenn sich am Verhalten nichts ändert, wird das Kind den Worten irgendwann weniger vertrauen. Eine Entschuldigung sollte deshalb mit einer konkreten Überlegung verbunden sein: Was kann beim nächsten Mal anders laufen? Vielleicht braucht der Morgen mehr Zeit, bestimmte Diskussionen sollten nicht unter Zeitdruck geführt werden oder der Erwachsene benötigt früher eine Pause. Eine Veränderung muss nicht sofort perfekt gelingen. Das Kind sollte jedoch merken, dass die Entschuldigung ernsthafte Konsequenzen hat.

Auslöser lassen sich häufig erkennen

Lautwerden entsteht selten völlig ohne Vorzeichen. Vielleicht spannt sich der Körper an, die Stimme wird schneller oder derselbe Satz wird mehrfach wiederholt. Manche Eltern reagieren besonders empfindlich auf Unordnung, Trödeln, Geschwisterstreit oder respektlose Antworten. Andere verlieren ihre Geduld vor allem dann, wenn sie hungrig, müde oder unter Termindruck sind. Wer seine typischen Auslöser kennt, kann früher gegensteuern. Das bedeutet nicht, dass das Kind bestimmte Regeln nicht mehr einhalten muss. Der Erwachsene übernimmt lediglich Verantwortung dafür, wie er die Grenze vermittelt.

Ein Stoppsatz kann Eskalationen unterbrechen

Familien können einen kurzen Satz vereinbaren, der auf eine steigende Lautstärke hinweist. Das kann „Wir werden gerade zu laut“ oder einfach „Pause“ sein. Auch ältere Kinder dürfen diesen Satz verwenden, ohne dafür bestraft zu werden. Er bedeutet nicht, dass sie jedes unangenehme Gespräch beenden können. Er zeigt nur, dass die Form gerade nicht mehr hilfreich ist. Anschließend wird eine kurze Unterbrechung gemacht und das Thema später fortgesetzt. Solche Vereinbarungen funktionieren nur, wenn Eltern bereit sind, den Hinweis ernst zu nehmen. Wird das Kind angeschrien, weil es auf das Anschreien aufmerksam macht, verliert der Stoppsatz seine Wirkung.

Schwierige Gespräche brauchen den richtigen Zeitpunkt

Manche Konflikte eskalieren, weil sie in einem ungeeigneten Moment geführt werden. Vor der Schule, kurz vor dem Schlafengehen oder während alle hungrig sind, ist die Geduld oft geringer. Nicht jedes Thema kann verschoben werden. Eine akute Grenze muss manchmal sofort gesetzt werden. Grundsätzliche Diskussionen über Medienzeiten, Hausaufgaben oder Mithilfe im Haushalt können jedoch zu einem ruhigeren Zeitpunkt stattfinden. Eltern sollten unterscheiden, ob gerade eine unmittelbare Handlung gestoppt werden muss oder ob eine ausführliche Klärung nötig ist. Wird beides gleichzeitig versucht, steigt das Risiko für lange, laute Auseinandersetzungen.

Weniger Worte können mehr bewirken

Unter Stress beginnen Erwachsene häufig, immer länger zu erklären. Das Kind hört nach einigen Sätzen kaum noch zu, woraufhin die Stimme lauter wird. Eine kurze, klare Anweisung ist oft wirksamer. Statt einen langen Vortrag über Rücksicht zu halten, kann ein Elternteil sagen: „Bitte stell die Musik jetzt leiser.“ Die Begründung und eine mögliche Diskussion können später folgen. Kürzere Sätze helfen auch dem Erwachsenen, bei seinem Anliegen zu bleiben, statt immer neue Vorwürfe aus vergangenen Situationen hinzuzufügen.

Alte Fehler gehören nicht in jeden neuen Streit

Wenn Eltern wütend werden, zählen sie manchmal frühere Verfehlungen auf. Aus einer nicht erledigten Aufgabe wird eine Grundsatzrede darüber, dass das Kind nie zuhört, immer unordentlich ist und schon letzte Woche unzuverlässig war. Solche Verallgemeinerungen greifen nicht nur ein Verhalten, sondern die ganze Person an. Das Kind kann den Eindruck bekommen, grundsätzlich falsch zu sein. Nach einer Eskalation sollten Eltern deshalb auch prüfen, ob sie alte Themen hineingezogen haben. Eine Entschuldigung kann diesen Punkt konkret benennen: „Ich habe Dinge von letzter Woche gegen dich verwendet. Das war unfair.“

Ironie und Spott verletzen oft stärker als Lautstärke

Manche Eltern schreien nicht, werden aber im Streit sarkastisch. „Das hast du ja wieder großartig gemacht“ oder „Natürlich denkst du nur an dich“ klingt möglicherweise weniger dramatisch als ein lauter Ausbruch, kann aber ebenso verletzend sein. Kinder verstehen Ironie nicht immer vollständig und nehmen die Abwertung wörtlich. Jugendliche verstehen sie sehr gut und erleben sie als Respektlosigkeit. Eltern sollten deshalb nicht nur auf die Lautstärke achten, sondern auch auf ihre Wortwahl. Versöhnung erfordert manchmal eine Entschuldigung für einen leisen, aber gezielten Satz.

Konflikte dürfen sichtbar beendet werden

Kinder bekommen häufig den Streit mit, aber nicht die spätere Klärung. Vielleicht entschuldigen sich Eltern erst abends unter vier Augen oder gehen davon aus, das Kind merke schon, dass alles wieder gut sei. Eine sichtbare Versöhnung gibt mehr Sicherheit. Das bedeutet nicht, den Konflikt vor der ganzen Familie ausführlich zu besprechen. Ein kurzer Satz kann reichen: „Wir haben vorhin beide eine Pause gebraucht und das jetzt geklärt.“ Besonders Geschwister sollten nicht den Eindruck behalten, ein Elternteil sei dauerhaft wütend oder die Familie stehe kurz vor dem Zerbrechen.

Elternpaare sollten sich nicht gegenseitig entwerten

Wird ein Elternteil laut, kann der andere eingreifen. Dabei sollte der Schutz des Kindes Vorrang haben. Trotzdem ist es wenig hilfreich, den Partner vor dem Kind grundsätzlich abzuwerten. Sätze wie „Dein Vater übertreibt immer“ oder „Mit deiner Mutter kann man nicht reden“ ziehen das Kind in einen Loyalitätskonflikt. Besser ist eine klare Begrenzung der Situation: „Wir machen jetzt eine Pause. So laut sprechen wir nicht weiter.“ Die spätere Auseinandersetzung zwischen den Erwachsenen gehört nicht in die Verantwortung des Kindes. Es darf wissen, dass das Verhalten nicht in Ordnung war, ohne sich für eine Seite entscheiden zu müssen.

Alleinerziehende brauchen ebenfalls Möglichkeiten zur Entlastung

Wer allein für Kinder verantwortlich ist, kann sich in einem Konflikt nicht einfach von einem zweiten Elternteil ablösen lassen. Gerade deshalb sind kleine Unterbrechungen und verlässliche Hilfen wichtig. Vielleicht kann das Kind für einen Moment sicher spielen, während der Erwachsene im Nebenraum durchatmet. Bei wiederkehrender Überforderung können Freunde, Verwandte, Beratungsstellen oder andere Unterstützungsangebote entlasten. Hilfe zu suchen ist kein Beweis dafür, dass jemand als Elternteil versagt. Es zeigt, dass die Belastung ernst genommen wird, bevor sie sich weiter auf die Beziehung auswirkt.

Stress erklärt vieles, entschuldigt aber nicht alles

Schlafmangel, finanzielle Sorgen, beruflicher Druck und partnerschaftliche Konflikte können die Reizbarkeit erhöhen. Eltern dürfen diese Zusammenhänge anerkennen. Sie sollten jedoch vermeiden, ihr Verhalten als unvermeidbare Folge der Umstände darzustellen. Erwachsene bleiben verantwortlich dafür, wie sie mit ihrer Belastung umgehen. Ein Kind kann keine Arbeitsprobleme lösen und sollte nicht deren Folgen tragen müssen. Wer erkennt, dass Stress regelmäßig zu Ausbrüchen führt, braucht nicht nur bessere Erziehungstechniken, sondern möglicherweise mehr Entlastung, Beratung oder Veränderungen im eigenen Alltag.

Wann Unterstützung sinnvoll ist

Professionelle Hilfe kann angebracht sein, wenn ein Elternteil häufig die Kontrolle verliert, das Kind Angst vor seinen Reaktionen hat oder Entschuldigungen keine dauerhafte Veränderung bringen. Auch wenn Drohungen, Beschimpfungen oder körperliche Übergriffe vorkommen, darf die Situation nicht verharmlost werden. Familienberatungsstellen, Erziehungsberatungen und psychotherapeutische Angebote können helfen, Auslöser zu verstehen und neue Strategien einzuüben. Unterstützung sollte möglichst früh gesucht werden und nicht erst dann, wenn die Beziehung stark belastet ist.

Körperliche Übergriffe brauchen eine klare Grenze

Schlagen, Schütteln, Festhalten aus Wut oder das Werfen von Gegenständen sind keine normalen Erziehungsmittel. Kommt es zu einem körperlichen Übergriff, reicht eine kurze Entschuldigung nicht aus. Die Sicherheit des Kindes muss sofort gewährleistet und weitere Hilfe organisiert werden. Der Erwachsene muss Verantwortung übernehmen und konkrete Schritte einleiten, damit sich die Situation nicht wiederholt. Das Kind darf nicht aufgefordert werden, den Vorfall geheim zu halten oder die Familie nach außen zu schützen. Schutz hat Vorrang vor dem Wunsch, das eigene Verhalten kleinzureden.

Kinder sind nicht für die Versöhnung verantwortlich

Nach einem Streit warten manche Eltern darauf, dass das Kind den ersten Schritt macht. Sie fühlen sich ebenfalls verletzt und erwarten, dass es sich zunächst für sein Verhalten entschuldigt. Doch Erwachsene tragen die Verantwortung für die Beziehungsgestaltung. Das bedeutet nicht, dass das Kind keine Verantwortung für seinen Anteil übernehmen soll. Eltern sollten dennoch den Anfang machen, wenn sie laut, abwertend oder bedrohlich geworden sind. Ein Kind muss nicht die emotionale Reife aufbringen, einen Erwachsenen wieder zu beruhigen.

Versöhnung bedeutet nicht, alles zu vergessen

Ein Konflikt muss nicht so behandelt werden, als sei nichts passiert. Kinder dürfen sich erinnern und später noch einmal darauf zurückkommen. Vielleicht fragen sie am nächsten Tag, warum der Elternteil so wütend war, oder sagen, dass sie immer noch traurig sind. Solche Gespräche sind kein Angriff auf die Entschuldigung. Sie zeigen, dass das Erlebnis noch verarbeitet wird. Eltern können erneut zuhören, ohne ungeduldig zu werden. Eine Beziehung wird nicht dadurch stark, dass schwierige Situationen sofort vergessen werden, sondern dadurch, dass sie besprochen werden dürfen.

Ein ehrlicher Neuanfang entsteht durch Verhalten

Nach einer gelungenen Versöhnung muss die Familie nicht den ganzen Tag feierlich über den Konflikt sprechen. Alltag darf wieder einkehren. Entscheidend ist, dass der nächste ähnliche Moment anders vorbereitet wird. Vielleicht steht der Wecker künftig zehn Minuten früher, eine Regel wird klarer vereinbart oder der Erwachsene nimmt rechtzeitig eine Pause. Das Kind erkennt Veränderung nicht an großen Versprechen, sondern an kleinen wiederholten Handlungen. Jede ruhig bewältigte Situation stärkt das Vertrauen, dass die Entschuldigung mehr war als ein Satz.

Gute Eltern sind nicht fehlerfrei

Kinder brauchen keine Eltern, die jederzeit vollkommen ruhig reagieren. Sie brauchen Erwachsene, die ihre Macht verantwortungsvoll einsetzen, Fehler erkennen und Beziehungen reparieren können. Ein Streit muss deshalb nicht das Gegenteil von Nähe sein. Richtig aufgearbeitet kann er zeigen, dass Liebe auch dann bestehen bleibt, wenn Menschen wütend oder enttäuscht sind. Eltern dürfen sagen: „Ich habe einen Fehler gemacht, und ich möchte es beim nächsten Mal besser machen.“ In diesem Satz liegen weder Schwäche noch Autoritätsverlust. Er zeigt einem Kind, dass Verantwortung, Respekt und Versöhnung in einer Familie für alle gelten.

Elternverhalten Versöhnung

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Über mich

Mimi,15 und damit offiziell seit 2 Jahren Teenager

Hallo! Mein Name ist Mimi und ich möchte mit diesem Blog, Eltern helfen.

Viele Eltern wissen nicht, wie sie mit ihren Teenagern umgehen sollen. Da komme ich ins Spiel! Ich selbst bin ein Teenager und kann Eltern genau sagen, wie sie mit ihren Kindern umgehen sollten. Natürlich ist jeder Mensch anders, aber es gibt ein paar Sachen, die so gut wie alle Teenager stören. Außerdem gebe ich Tipps, was man alles mit Kindern unternehmen könnte oder wie man sie gut glücklich bekommt und mehr Beziehung zu ihnen aufnehmen kann!

Ich hoffe, ich kann ein paar Eltern helfen näher an ihre Kinder zu kommen, denn ihnen Liebe zu schenken ist wichtig, auch wenn sie glauben, dass sie diese nicht brauchen! Wenn Kinder nicht genug Liebe bekommen, dann werden sie zu Tyrannen! Deswegen ist es wichtig, ihnen Liebe und Aufmerksamkeit zu geben!

Viel Spaß beim Lesen meiner Artikel!

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